Druck- und ThermoManagement Prüfungen für Kühlkreislaufkomponenten

Thermomanagement im Härtetest: Wie Druckwechsel– und Temperaturprüfungen Bauteile absichern
Dieser Artikel wurde ursprünglich in SENSOR+TEST – Das Innovationsmagazin, Mai 2026 veröffentlicht. Den vollständigen Artikel lesen Sie hier: SENSOR+TEST Mai 2026, S. 106
Thermomanagementsysteme gehören zu den sicherheitskritischsten Funktionsgruppen elektrischer Fahrzeuge. Hochvoltbatterien, Leistungselektronik, Wärmepumpen, ADAS und ECUs sowie elektrische Antriebe arbeiten in engen Temperaturfenstern – und bereits geringe Abweichungen können Reichweite, Effizienz und Betriebssicherheit gefährden. Da Batteriefahrzeuge über keine kontinuierlich nutzbare Abwärmequelle verfügen, müssen Heizen und Kühlen aktiv und energieeffizient bereitgestellt werden.
Zyklische Belastungen im realen Fahrbetrieb
Thermische Systeme unterliegen im Fahrbetrieb ausgeprägten zyklischen Beanspruchungen. Schnellladezyklen, Rekuperationsphasen und Umgebungstemperaturschwankungen führen zu wiederkehrenden Druck-, Temperatur- und Volumenstromänderungen in den Kreisläufen.
Besonders kritisch sind Übergangsbereiche zwischen unterschiedlichen Werkstoffen oder Fügeverfahren: Differenzierende Wärmeausdehnungskoeffizienten erzeugen lokale Spannungen, die in Kombination mit Druckpulsationen langfristig zu Materialermüdung führen können. Schweißnähte, Pressverbindungen und Klebestellen reagieren besonders empfindlich auf diese zyklischen Belastungen.

Schläuche
Schläuche für thermische und Fluidsysteme müssen wiederholten Druckpulsationszyklen und Berstdruckbelastungen standhalten, um langfristige Haltbarkeit und leckagefreien Betrieb unter dynamischen Betriebsbedingungen sicherzustellen.

Batterie-kühlplatten
Batteriekühlplatten erfordern präzise Berstdruck– und Druckpulsationsprüfungen, um Dichtheit und Dauerfestigkeit in hochleistungsfähigen EV-Kühlkreisläufen nachzuweisen.

ADAS Kühlplatten
ADAS- und Steuergeräte-Kühlplatten werden durch zyklische Druck– und Berstdruckprüfungen validiert, um zuverlässige Kühlleistung und strukturelle Stabilität für sicherheitskritische Elektronik- und Sensorsysteme sicherzustellen.

Wärmetauscher
Wärmetauscher werden durch Berstdruck– und Pulsationsprüfungen getestet, um strukturelle Integrität, Dauerfestigkeit und Dichtleistung unter thermischer und hydraulischer Beanspruchung zu validieren.
Druck- und Temperaturwechselprüfung als Validierungsstandard
Im Unterschied zur Berstdruckprüfung steht bei der Druckwechselprüfung nicht die maximale Einzelbelastung im Fokus, sondern die reproduzierbare Simulation realistischer Druckverläufe über einen definierten Lebensdauerzeitraum.
Unsere Prüfsysteme arbeiten mit Wasser-Glykol-Gemischen als Medium und decken einen Temperaturbereich von −40 °C bis +140 °C ab. Druckprofile lassen sich sinus- oder trapezförmig programmieren und an spezifische Lastkollektive anpassen. Je nach Anwendungsfall werden Frequenzen von 0,2 bis 2 Hz bei Durchflussraten von bis zu 50 l/min realisiert.
Durch die gezielte Komprimierung von Lastkollektiven können mehrere Jahre Fahrzeugbetrieb in deutlich verkürzter Prüfzeit nachgebildet werden – eine belastbare Grundlage für Lebensdauerprognosen und Freigabeentscheidungen.

Modulare Prüfstände für komplexe Fahrzeugarchitekturen
Moderne Elektrofahrzeuge verfügen über mehrere voneinander entkoppelte Kühl- und Heizkreisläufe auf unterschiedlichen Temperaturniveaus. Unsere Prüfsysteme sind modular aufgebaut und ermöglichen den parallelen Betrieb mehrerer unabhängiger Medienkreisläufe – sodass die thermische Architektur eines Fahrzeugs vollständig abgebildet werden kann.
Neben Druck und Temperatur werden auch Volumenstrom und Strömungsdynamik präzise geregelt und überwacht. Die schnelle Rekonfiguration des Prüfaufbaus ermöglicht es, unterschiedliche Komponenten oder komplette Subsysteme unter vergleichbaren Bedingungen zu testen.
Datenbasierte Lebensdauerbewertung
Eine fundierte Lebensdauerprognose setzt die kontinuierliche Erfassung aller relevanten Messgrößen voraus. Druckverläufe werden mit hoher zeitlicher Auflösung aufgezeichnet, Temperaturmessungen an Ein- und Austritt sowie lokal am Prüfling ermöglichen die Analyse thermischer Gradienten und die Identifikation potenzieller Hotspots.
Veränderungen im Systemverhalten – etwa steigende Druckverluste oder veränderte Temperaturverteilungen – liefern wertvolle Hinweise auf beginnende Degradationsprozesse und bilden die Datenbasis für konstruktive Optimierungen sowie die Bewertung von Sicherheitsreserven.
Fazit
Mit zunehmender Elektrifizierung verschiebt sich der Entwicklungsfokus von einzelnen Bauteilen hin zu komplexen thermischen Subsystemen. Druck- und Temperaturwechselprüfungen ermöglichen eine realitätsnahe und beschleunigte Abbildung des Fahrzeugbetriebs – und liefern die Datenbasis, um thermische Systeme robust auszulegen und elektrische Fahrzeugarchitekturen nachhaltig abzusichern.
Den vollständigen Fachartikel lesen Sie in der SENSOR+TEST – Das Innovationsmagazin, Mai 2026, S. 106: 👉 Jetzt den Artikel lesen
FAQ
Q: Warum sind Thermomanagementsysteme in Elektrofahrzeugen besonders prüfintensiv?
Elektrofahrzeuge betreiben mehrere entkoppelte Kreisläufe auf unterschiedlichen Temperaturniveaus gleichzeitig – von der Batterie über die Leistungselektronik bis zur Wärmepumpe. Jeder Kreislauf ist zyklischen Belastungen ausgesetzt, und Versagen einzelner Komponenten kann direkte Auswirkungen auf Reichweite, Effizienz und Betriebssicherheit haben.
Q: Wie lange dauert eine Druckwechselprüfung?
Durch die Komprimierung realer Lastkollektive in beschleunigte Prüfprofile lassen sich mehrere Jahre Fahrzeugbetrieb in deutlich kürzerer Zeit simulieren. Die genaue Prüfdauer hängt von der geforderten Lastwechselzahl, der gewählten Prüffrequenz (Hz) sowie den normativen oder OEM-spezifischen Anforderungen ab.

